Hauptvortrag 1

09.15 – 09.45 Uhr

EMDR – die Psychotherapie des 21. Jahrhunderts

Dr. med. Michael Hase

Abstract: EMDR Therapie ist eine junge Psychotherapie, die sich in kontinuierlicher Weiterentwicklung befindet. Die Entwicklung betrifft sowohl die Anwendung des AIP-Modells mit der Ausdehnung auf die Behandlung verschiedener seelischer Störungen, als auch die technische Durchführung. Sowohl Behandlungspläne (Protokolle) wie auch die konkreten Prozeduren sind im Laufe der Methodenentwicklung verändert worden. Der Vortrag stellt den gegenwärtigen Stand und die Entwicklungsmöglichkeiten der EMDR Therapie dar. 

Kurzvita: Dr. Michael Hase, geb. 31.07.1959 in Einbeck, Abitur 1979 an der Goethe-Schule in Einbeck.
Studium der Humanmedizin an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel von 1979–1985.
Nach der Ableistung seines Grundwehrdienstes als Arzt Weiterbildung in der Neurologie und Psychiatrie in der Neurologischen Klinik Hessisch-Oldendorf und dem Zentrum für Psychiatrie Herten.
Nach Erlangung des Facharztes für Psychiatrie und Psychotherapie 1993 arbeitete Hase fünfzehn Jahre als Oberarzt an der Psychiatrischen Klinik 1 am Niedersächsischen Landeskrankenhaus Lüneburg und baute dort den Behandlungsschwerpunkt Psychotraumatologie auf. Seit der Ausbildung in EMDR 1997 arbeitet er an der Integration psychotraumatologischer Ansätze und des EMDR in die klinische Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie der Regelversorgung und nun auch in die Rehabilitation. Er promovierte 2006 zum Thema der "Reprozessierung des Suchtgedächtnisses mit der EMDR-Methode".

Hase ist Mitgründer der Arbeitsgruppe "Akute Traumatisierung" der DeGPT. Er beriet die Regionalen Beratungsstellen der Polizei und das Gesundheitszentrum der Justiz in Niedersachsen. Hase arbeitet eng mit der Abteilung 6b des BWK Hamburg zusammen.
Seit 1999 regelmäßige Vorträge auf nationalen und internationalen Fachkonferenzen zum Thema Psychotraumatherapie und EMDR. Sein Forschungsschwerpunkt liegt in der Entwicklung von EMDR-Protokollen zur Behandlung der stoffgebundenen Abhängigkeit, chronisch depressiver Patienten, des Burnout, chronischer Schmerzen und der Entwicklung der EMDR-Methode im Allgemeinen.
Hase leitete von 2007–2009 die Abteilung für Psychosomatik und Psychotherapie am RehaCentrum Hamburg und von April bis 2009 zum Oktober 2016 die Abteilung für Psychosomatik und Psychotherapie der Diana Klinik in Bad Bevensen. Seit dem 1. Oktober 2016 ist er in privatärztlicher Praxis niedergelassen und baut das 'Lüneburger Zentrum für Stressmedizin' auf.

Seit mehreren Jahren ist Hase im Vorstand von EMDRIA Deutschland aktiv und ist seit nunmehr fünf Jahren 1. Vorsitzender der Fachgesellschaft.
Gemeinsam mit Dr. Arne Hofmann wurde Hase 2015 von dem Board of Directors der EMDR International Association für die Forschung zur EMDR Behandlung der Depression und die Gründung des internationalen EDEN Forschungsprojekts (EMDR Depression European Network) mit dem Preis für herausragende Forschung (Outstanding Research Award) ausgezeichnet.
Michael Hase unterrichtet EMDR als Senior Trainer des EMDR Instituts Deutschland im deutschsprachigen Raum und in Dänemark.

Korrespondenzadresse:
Dr. med. Michael Hase
Lüneburger Zentrum für Stressmedizin
Dorette-von-Stern-Straße 14, 21337 Lüneburg
m.hase@lzsm.de


Hauptvortrag 2

09.45 – 10.15 Uhr

Optimizing EMDR treatment. The effect of modality specific taxation

Suzy Matthijssen, M.Sc.

Abstract: Reducing the emotionality and vividness of (mainly visual) intrusive memories of traumatic events is the focus of EMDR therapy. But patients with PTSD suffer not only from visual intrusions. Also auditory intrusions are very common. But how can EMDR therapy be best applied on these auditory intrusions? Can they even be targeted? And should the modality of taxation in EMDR (visual or auditory) be matched to the (visual or auditory) modality of the intrusion? Suzy Matthijssen has conducted several studies on the effect of modality specificity and will provide you with an overview; giving you more insight in the underlying working mechanism of EMDR and how to best apply modality specific taxation.

Kurzvita: Suzy Matthijssen is a Clinical Psychologist – Psychotherapist and Psychotraumatherapist. She is also NRGD registered Pro Justice reporter for the court of Justice, EFT therapist and an EMDR Europe Practitioner. Besides that, she is a scientific researcher. Her studies focus on optimizing trauma therapy. As a real scientist practitioner she combines research and clinical practice in her daily life. Suzy works at the Altrecht Academic Anxiety Centre in Utrecht, the Netherlands. At this department, treatment for complex anxiety disorders, trauma and OCD is provided and studies on novel therapies or improving existing therapies are conducted. At Utrecht University she is part of the Experimental Psychopathology research group. Her latest work is aimed at developing a new form of trauma therapy: Visual Schema Displacement Therapy.


Hauptvortrag 3

15.10 – 15.50 Uhr

"Kinder fühlen mehr als sie ausdrücken können…"– EMDR in der Behandlung von Kleinkindern

Dipl. Soz. Päd. Daniela Lempertz

Abstract: Kleine Kinder fühlen mehr, als sie ausdrücken können und werden aus diesem Grund oft gar nicht oder missverstanden. Kinder, die im vorsprachlichen Alter bzw. in der Zeit, in welcher die Sprachentwicklung beginnt, belastende Lebenserfahrungen machen, zeigen mögliche Folgestörungen auf unterschiedlichste, manchmal verwunderliche Art und Weise. Hier ist es notwendig, dass die nahen Bezugspersonen aufmerksam und achtsam mit ihren Kindern umgehen, um im Verhalten des Kindes "zu lesen" und mögliche Hinweise auf einen Behandlungsbedarf zu erkennen.

In diesem praxisnahen Vortrag wird die EMDR-Behandlung eines zweijährigen Kindes unter Berücksichtigung des AIP-Modells vorgestellt.

Kurzvita: Daniela Lempertz, Diplom-Sozialpädagogin, arbeitet als Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin in eigener Praxis in Neuwied/Rheinland-Pfalz. Sie ist ausgebildet in Gestalttherapie, Verhaltenstherapie und EMDR, ist EMDR Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin und EMDR Supervisorin. Seit Mai 2015 Vorstandsmitglied bei EMDRIA e.V. und dort zuständig für den Bereich Kinderstudien.


Hauptvortrag 4

15.50 – 16.30 Uhr

EMDR als neuer Ansatz in der Behandlung von Depressionen

Dr. med. Arne Hofmann

Abstract: Schwere Depressionen sind eine der häufigsten psychischen Störungen an der 5-15% der Bevölkerung im Laufe des Lebens erkranken. Obwohl zahlreiche wirksame psychopharmakologische und psychotherapeutische Behandlungsmöglichkeiten existieren, sind die Behandlungserfolge in vielen Fällen unbefriedigend. Hohe Rückfallraten (ca. 50% im Verlauf von 2 Jahren), unvollständige Remissionen und Suizidalitätsrisiken sind dabei die häufigsten Probleme.
EMDR ist eine neue Psychotherapiemethode, die belastende Erinnerungen bearbeiten kann und 2015 auch als Teil der deutschen Richtlinienpsychotherapie für posttraumatische Belastungsstörungen anerkannt wurde.
Erste Studien zeigen nun, das EMDR auch im Bereich der depressiven Störungen hohe Wirksamkeit zu haben scheint.

In dem Vortrag werden die Ergebnisse von derzeit 4 kontrollierten Studien vor dem Hintergrund der klinischen Erfahrungen mit der EMDR Methode in diesem Bereich vorgetragen und diskutiert.

Kurzvita: Dr. Arne Hofmann ist Facharzt für Psychosomatische und Innere Medizin und Leiter des EMDR-Instituts Deutschland. Er hat 1991 die EMDR Methode im deutschsprachigen Raum eingeführt. Er ist Mitgründer der deutschsprachigen Fachgesellschaft für Psychotraumatologie (DeGPT), der Fachgesellschaft EMDR-Europe und Mitglied der deutschen Leitlinienkommission zur Behandlung der PTBS.  Dr. Hofmann lehrt, forscht und publiziert international. Derzeit koordiniert er als Primary Investigator das multizentrische EDEN Forschungsprojekt, das den Einsatz von EMDR bei depressiven Störungen untersucht.

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