Hauptvortrag 1

09.15 – 09.45 Uhr

EMDR Therapy for Personality Disorders with complex traumatization

Dolores Mosquera, PhD

Abstract: Personality Disorders are usually challenging for clinicians. Clients with this diagnosis often present high-risk behaviors, difficulties in self-regulation, impulsivity, and severe interpersonal relationships issues. Some clients, especially those with Borderline Personality Disorder, also present self-harming behaviors, suicidal ideation, and a risk and/or history of suicide attempts. Others, such as Antisocial Personality Disorder clients, present poor impulse control and aggressive reactions, which can be frightening for them and others, including clinicians.

Given the challenges presented by personality disorders and the strong affect that EMDR reprocessing may mobilize in our clients, clinicians must be able to recognize countertransference issues. Understanding these problems and how to manage them is crucial to avoid getting stuck during EMDR processing. Clinicians working with Personality Disorders need to be very attentive to what gets triggered in themselves to be able to see beyond the defensive responses in both client and therapist.

This lecture aims to help the participant understand Personality Disorders from the Adaptive Information Processing model perspective. 

Kurzvita: Dolores Mosquera is a psychologist and psychotherapist specializing in trauma, personality disorders, and dissociation. She is an EMDR Europe Trainer and director of the Institute for the Study of Trauma and Personality Disorders (INTRA-TP) in A Coruña, Spain.

Dolores has extensive teaching experience and has published 15 books and numerous articles on personality disorders, complex trauma, and dissociation. She teaches in several Universities. She received the EMDR Europe David Servan-Schreiber award in 2017 and made a Fellow of the International Society for the Study of Trauma and Dissociation in 2018. 

Hauptvortrag 2

09.45 – 10.15 Uhr

Ethik, Würde und Respekt in der Behandlung mit EMDR bei Kindern

Elke Gimm

Abstract: In der psychotherapeutischen Behandlung von Kindern kann die Anwendung von EMDR innerhalb des jeweiligen Richtlinienverfahrens sowohl bei mono- als auch bei komplextraumatisierten Kindern von sehr hohem Nutzen für die Entwicklung des Kindes sein. Behandlungserfolge werden seit vielen Jahren durch Studien belegt. Voraussetzung der Einbeziehung von EMDR bei Kindern ist eine sehr sorgfältige Behandlungsplanung und eine adäquate Anwendung von EMDR. Eine große Anzahl der Kinder, die in eine psychotherapeutische Behandlung kommen, erfährt während des Heranwachsens auf unterschiedlichen Ebenen vielfältige, geschlechterspezifische Grenzverletzungen, Entwürdigungen und sequentielle Traumatisierungen durch Erwachsene. Im Rahmen hierarchischer Machtstrukturen der Gesellschaft befinden sich Kinder auf der untersten Stufe. Für ihre eigenen Bedürfnisse, Wünsche, Beweggründe und autonomen Ziele wird in der Regel wenig Raum zur Verfügung gestellt. Kinder sind abhängig von ihrem jeweiligen Gegenüber und haben sich den Werten und Normen, die durch die Interpretation des jeweiligen Erwachsenen repräsentiert werden, anzupassen und unterzuordnen. Repräsentanten dieser Werte und Normen sind auch Kinder- und JugendlichenpsychotherapeutInnen/Kinder- und JugendlichenpsychiaterInnen im Rahmen ihrer Tätigkeit. In den Ethikrichtlinien von Emdria Deutschland findet sich unter Punkt II "Spezielle Ethische Grundsätze" der ethische Grundsatz: "Der/die Therapeut/in achtet jederzeit die Würde und Integrität eines/r Patienten/in". In ihrer gesellschaftlich determinierten Abhängigkeit von ihrem gesamten Lebensumfeld sind Kinder ausgeliefert und auf das Wohlwollen und den Respekt gegenüber ihrer Persönlichkeit durch die erwachsenen Menschen angewiesen. Diese Aspekte sind insbesondere in der psychotraumatherapeutischen Behandlung mit einem traumakonfrontativen Verfahren wie EMDR in die Behandlungsplanung einzubeziehen. Wenn in der Behandlung mit EMDR die Komplexität individueller, innerpsychischer und lebensumfeldlicher Gegebenheiten von Kindern nicht ausreichend berücksichtigt werden, können EMDR Standards/Ethikstandard aufgeweicht werden, sodass die Integrität des Kindes nicht gewahrt bleibt, verletzt wird. In dem Vortrag wird der Frage nachgegangen, wie EMDR bei einem verletzten, traumatisierten Kind respektvoll und unter der Wahrung von Würde und Integrität des Kindes eingesetzt werden kann.

Kurzvita: Elke Gimm ist Kinder-und Jugendlichenpsychotherapeutin. Sie ist EMDR Supervisorin, EMDR Facilitator des EMDR Instituts Deutschland und EMDR Child & Adolescent Trainerin (EMDR Europe) und führt sowohl das EMDR Kindercurriculum als auch das Kindercurriculum "Spezielle Psychotraumatherapie mit Kindern und Jugendlichen" (DeGPT) durch. Elke Gimm ist Mitbegründerin des Institutes für traumazentrierte Psychotherapie und Pädagogik Oldenburg, in dem sie seit vielen Jahren sowohl akut traumatisierte als auch komplex traumatisierte Kinder und Jugendliche behandelt.

Hauptvortrag 3

15.10 – 15.50 Uhr

Behandlung der transgenerationalen Traumatisierung mit EMDR

Dr. med. Katharina Drexler

Abstract: Unbewältigte Traumata können in gravierendem Ausmaß auf die Folgegeneration übertragen werden -bis hin zu Symptomen einer Posttraumatischen Belastungsstörung. Dies wissen wir spätestens seit den Untersuchungen an Kindern und Enkeln Kriegstraumatisierter und Holocaustüberlebender. 

Die Übertragung vollzieht sich zum einen über die Interaktion, die unmittelbar geprägt ist von der traumatischen Erfahrung des ursprünglich Traumatisierten, und zum andern über eine Verinnerlichung (Introjektion) von Anteilen dieser traumatisierten Bezugsperson. Neuere Untersuchungen zeigen, dass die Traumatisierung sich auch in epigenetischen Veränderungen niederschlägt, die vererbbar, aber auch reversibel sind. 

Auf dem Boden traumatherapeutischer Konzepte und der Arbeit mit inneren Anteilen stellt die Referentin einen von ihr entwickelten Ansatz dar. Das traumatisierte Introjekt wird im Rollenspiel zu einer EMDR-Sitzung eingeladen. Hierdurch kann das transgenerational weitergegebene Trauma unmittelbar geheilt werden.

Kurzvita: Katharina Drexler

  • Dr. med., Fachärztin für Psychiatrie und Fachärztin für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie;
  • Ausbildungen in tiefenpsychologischer sowie psychoanalytisch-systemischer Psychotherapie und EMDR;
  • Supervisorin für Traumatherapie (EMDRIA/ DeGPT);
  • Stellvertretende Vorsitzende von EMDRIA
  • Nach oberärztlicher Tätigkeit seit 2000 in eigener Praxis niedergelassen.
  • Katharina Drexler lebt und arbeitet in Köln, begleitet von ihrem Therapiehund Loscha. Sie ist im Zweitberuf Sängerin.

www.katharina-drexler.de

 

Hauptvortrag 4

15.50 – 16.30 Uhr

Die Rolle des Patienten im EMDR-Prozess

Dr. Arne Hofmann

Abstract: Die EMDR Therapie hat in vielen Bereichen große Erfolge, die in einigen Fällen zu fast magisch anmutenden Behandlungserfolgen führen. Diese Erfolge haben jedoch auch Schattenseiten und Versuchungen, die besonders den Umgang mit Patienten und unsere Haltung ihnen gegenüber betreffen. Eine davon ist was ich die "technische Versuchung" nennen möchte. Durch die starke Manualisierung der EMDR Therapie kann bei uns Therapeuten der feinfühlige Einsatz von EMDR in Abstimmung mit den Patientinnen gegenüber einem technisch rigiden Einsatz von EMDR in den Hintergrund treten. Mit diesem Vortrag möchte ich für eine Haltung mit Offenheit für und auf Augenhöhe mit den Patienten beim Einsatz von EMDR plädieren.

Kurzvita: Dr. Arne Hofmann ist Facharzt für Psychosomatische und Innere Medizin, Leiter des EMDR-Instituts und leitender Arzt der Gezeitenhausklinik für Psychosomatik, Psychotraumatologie und EMDR in Schloss Eichholz (Wesseling). Er hat die EMDR Methode 1991 in Deutschland eingeführt, ist Mitgründer der DEGPT, von EMDR Europa und Mitglied der AWMF Leitlinienkommission zur PTBS. Er forscht und lehrt international im Bereich der Behandlung von Traumafolgestörungen und Depressionen. Für seine Arbeit wurde er mit drei internationalen Preisen und dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.