EMDRIA Pressemeldung: Traumatherapeuten nehmen sich traumatisierter Flüchtlingen an

Diese Pressemeldung wurde am 29.04.2015 an die Presse verschickt.

Traumatherapeuten nehmen sich traumatisierten Flüchtlingen an

Die mit über 1900 Mitgliedern größte Vereinigung von Psychotraumatherapeuten, EMDRIA Deutschland, hält am 1. und 2. Mai ihre Jahrestagung in Köln ab. Neben dem hochinteressanten wissenschaftlichem Programm hat EMDRIA Deutschland eine bundesweite Initiative gestartet, um in einem ersten Schritt die zertifizierten EMDR Therapeutinnen und Therapeuten mit den schon etablierten Zentren zur Versorgung von Flüchtlingen, wie dem Zentrum für Folteropfer der Caritas in Köln oder dem psychosozialen Zentrum in Düsseldorf, zu vernetzen. Von den über 350 Teilnehmern der Tagung sind 150 EMDR Therapeutinnen und Therapeuten dem Aufruf von EMDRIA Deutschland gefolgt und haben sich zu einer Arbeitsgruppe zum Thema traumatisierte Flüchtlinge angemeldet. EMDRIA Deutschland hofft auf der Jahrestagung einen entscheidenden Impuls zu setzen, um das Leid der traumatisierten Flüchtlinge zu lindern. Das Psychotrauma kann auch große Schwierigkeiten in der Integration bedeuten und wirkt sich nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen auch auf die kommenden Generationen aus. Die Initiative des Fachverbandes kommt zur rechten Zeit: das Gesundheitsministerium in Nordrhein-Westfalen startet ebenfalls eine Initiative, um traumatisierten Asylbeweberinnen zu helfen. In einer Zeit, in der Tröbnitz und PEGIDA das Bild Deutschlands im Ausland bestimmen, ist dies ein Hoffnungsschimmer.

EMDRIA Deutschland ist der Fachverband der EMDR Therapeutinnen und Therapeuten in Deutschland. Die Wirksamkeit der Eye Movement Desenzitization and Reprocessing Psychotherapie (EMDR) zur Behandlung der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) ist in mehr als zwanzig wissenschaftlichen Studien gut belegt. Eine neue Auswertung mehrerer Studien, eine sogenannte Metaanalyse, zeigt jetzt ein erstaunliches Ergebnis. EMDR ist nicht nur wirksam, sondern den anderen Therapie überlegen. In den Studien profitieren die Patienten zudem schneller von der EMDR Therapie. Es war schon seit längeren bekannt, dass EMDR im Vergleich mit einer Expositionsbehandlung der Verhaltenstherapie schonender wirkt. Dies bewog die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in ihrer aktuellen Leitlinie nur noch EMDR und die kognitive Verhaltenstherapie zu empfehlen. Die jüngste deutsche Metaanalyse stellt es nun klar: EMDR ist die beste Methode zur Behandlung der PTBS bei Erwachsenen.

Dr.med. Michael Hase
1. Vorsitzender EMDRIA Deutschland
m.hase@emdria.de

Dipl.-Psych. Susanne Leutner
stellv. Vorsitzende EMDRIA Deutschland
s.leutner@emdria.de

Abdruck frei

V.i.S.d.P.
Dr. Michael Hase
Im Kamp 9, 21335 Lüneburg

EMDRIA Deutschland e.V.
Bergiusstr. 26, 22765 Hamburg
040-69669937


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