Virtueller EMDRIA TAG 2021 | "Körper und EMDR"

Hauptvorträge

Hauptvortrag 1

09.30 – 10.30 Uhr

The Treatment of dental phobia, vomiting phobia and choking phobia using EMDR

Ad de Jongh, Ph.D.

Abstract: A quarter of the population fears seeing a dentist, and about 5% of them avoid dental care altogether. Dental phobia is the most prevalent phobia subtype in Western countries. Dental fears and phobias are mostly due to previous distressing dental events, and often lead to a self-reinforcing spiral of avoidance, tooth decay, and a life of fear, pain, and shame. This lecture is focused on the treatment of fear of dental treatment and other oral-related mental health conditions such as vomiting phobia (emetophobia) and choking phobia. In this presentation proper case conceptualizations are discussed and it is demonstrated how these problems can effectively be treated with EMDR therapy. This is illustrated by video clips of treatments in clinical practice.

Kurzvita: Ad de Jongh, Ph.D. is a dentist, clinical psychologist and professor of anxiety and behavior disorders at the University of Amsterdam. Further, he is honorary professor in psychology at the School of Health Sciences of Salford University in Manchester, at the Institute of Health and Society of the University of Worcester, and at the School of Psychology of Queen’s University in Belfast. Ad de Jongh is also head of the research department of Psychotrauma Expertise Center (PSYTREC), a mental health institution that uses a short, and highly intensive treatment program for Complex PTSD. He is also an approved trainer for the EMDR Europe association, an expert in the treatment of anxiety disorders, and involved in research on the efficacy of evidence-based, trauma-focused treatments for a wide variety of patient groups, such as traumatized children, people with intellectual disabilities and severe psychiatric conditions, including psychosis. He (co-)authored more than 400 scientific articles/book chapters and 6 books on his areas of expertise.

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Hauptvortrag 2

11.00 – 11.45 Uhr

EMDR und Ego-State-Therapie – Vernetzung im Prozess

Dipl.-Psych. Susanne Leutner

Abstract:

In diesem Vortrag gebe ich einen Überblick über den vernetzten Einsatz von Ego-State-Therapie und EMDR.

Es vertieft und erleichtert den Heilungsprozess, wenn wir die beiden wirkungsvollen Methoden miteinander verbinden. Sowohl der integrative Prozess der Ego-State-Therapie als auch das assoziative Vorgehen des EMDR wird so unterstützt. Die Therapie kann insgesamt sanfter werden oder auch intensiver. Beim EMDR ist es in manchen Situationen hilfreich, das Auftreten unterschiedlicher Ego-States wahrzunehmen. Wenn Ich-Stärkung notwendig ist, um eine Integration traumatischen Materials zu ermöglichen, stellt die Ego-State-Therapie zahlreiche Interventionen zur Verfügung. Auch Widersprüche oder unterschiedliche Entwicklungsniveaus, die in unterschiedlichen Anteilen repräsentiert und dissoziiert sind, werden durch EMDR mit dem Ego-State-Therapie-Blick aufgelöst und zusammengebracht.

Ich werde erörtern, was in der Praxis zu beachten ist und welche Erkenntnisse aus der Hirnforschung für den EMDR-Prozess auch für die Arbeit mit inneren Anteilen heran gezogen werden können.

Um Orientierung im Behandlungsverlauf zu ermöglichen, habe ich das Prozessmodell entwickelt, auf das ich im Vortrag eingehen werde. Es ist hilfreich, um Entscheidungen zu treffen, was der optimal dosierte nächste Schritt sein kann. Hierzu werden Stabilität der Klientin und mögliche Interventionen zueinander ins Verhältnis gesetzt und nachhaltige Entwicklungsfortschritte ermöglicht.

An einem Beispiel zum Schluss erläutere ich, wie ich zusammen mit einer Klientin, deren Persönlichkeit durch Trauma und rituelle Gewalt dissoziativ organisiert ist, diese Methoden verbunden habe und wie sich ein Anteil im Innensystem verändert hat, so dass der Grad der Integration anschließend höher war und das Alltagsleben dadurch ruhiger wurde.

Kurzvita:

  • Praxis für Psychotherapie (TP), Diplom-Psychologin und Psychologische Psychotherapeutin.
  • Ego-State-Therapie Institut Rheinland mit E. Cronauer
  • Psychotherapie mit Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen, Supervision, Fortbildung und Beratung für Psychologen und Pädagogen seit 1980.
  • Gesprächs- Familien- und Kindertherapeutin, EMDR, PITT, Hypnotherapie, Ego-State-Therapie, Th. d. Strukturellen Dissoziation.
  • Spezielles Interesse: Verbindung verschiedener Behandlungsmodelle mit Schwerpunkt auf Ressourcenintegration, besonders in der Arbeit mit traumatisierten Menschen.
  • Supervisorin EMDR Europe, Trainerin Ego-State-Therapie.
  • Dozentin und Supervisorin an verschiedenen Weiterbildungsinstituten.
  • Berufspolitisch engagiert in der EST-DE (Ego-State-Therapie Deutschland und international); ehemalige Stellvertretende Vorsitzende von EMDRIA-Deutschland und EMDR-Europe Board.


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Hauptvortrag 3

14.00 – 14.45 Uhr

EMDR in der Zeit der Pandemie

Dr. phil. Karsten Böhm

Abstract: Die Corona Pandemie bringt unterschiedlichste Herausforderungen an EMDR-Psychotherapeut:innen mit sich. Wie kann EMDR online eingesetzt werden? Wie Abstand eingehalten und ein Hygienekonzept in der Praxis umgesetzt werden? Zudem wird Corona und Covid-19 auch zunehmend von Patient:innen thematisiert. Depressive Reaktionen und Waschzwänge zeigen sich. An Covid-19 erkrankte Patient:innen berichten teilweise von Beatmungen bei vollem Bewusstsein. Der Körper steht als somatisches Umfeld einer Erkrankung im Mittelpunkt. Wie kann dieses Erlebnis mit EMDR erfolgreich bearbeitet werden? Wie kann EMDR bei Ängsten vor Impfnebenwirkungen helfen und eine eigene selbstbewusste Entscheidung unterstützen?

Kurzvita: Dr. phil. Dipl. Psych. Karsten Böhm ist 1. Vorsitzender von EMDRIA Deutschland, Senior Trainer für EMDR und Supervisor für Verhaltenstherapie (PP). Er gibt Workshops, Vorträge und Weiterbildungen an verschiedenen Psychotherapieinstituten [Freiburg, Basel, Stuttgart, München, Köln], Firmen [Burnout-Prophylaxe, Coaching Führungskräfte] und Kongressen [u.a. DGPPN]. 2016 wurde sein Buch "EMDR in der Behandlung der Posttraumatischen Belastungsstörung" (Verlag Springer, Heidelberg) herausgegeben.

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Hauptvortrag 4

14.45 – 15.30 Uhr

EMDR bei Angststörungen – relevante Aspekte zum Thema Körpererinnerungen

Mag.a Eva Münker-Kramer

Abstract:

EMDR ist in der Anwendung bei erlebnisbedingten Angststörungen inzwischen gut etabliert. Dies ist aus diagnostischer Sicht gut nachvollziehbar – eine erlebnisbedingte Angststörung kann als klassisch konditioniert betrachtet werden und EMDR ist somit als Therapie bei sogenannten "dysfunktionell gespeicherten Erinnerungen" evident.

PatientInnen kommen bei Angststörungen oft aufgrund in der Gegenwart wahrgenommenen störenden und als unangemessen wahrgenommenen Erlebens und Verhaltens in psychotherapeutische Behandlung. Oft sind dabei Körperphänomene der Anlass, so auch bei Angststörungen, wo diese sehr oft der innere Auslösereiz für das Aufschaukeln der Angst auch auf der Repräsentationsebene der Emotionen und Kognitionen sind.

Sowohl in der Psychoedukation in ihrer Rolle als Trigger als auch in der Fallkonzeption und der konkreten Durchführung von EMDR spielen diese spezifischen Körperphänomene eine wichtige Rolle und ihre Reduktion stellt eine enorme Entlastung für die Betroffenen dar.

Kurzvita:

Eva Münker-Kramer, Mag.a, (geb. 1961 in Gießen):

  • Klinische Psychologin, Psychotherapeutin (VT, EMDR, Traumatherapie),
  • EMDR Supervisorin, EMDR Trainerin, Senior Trainer am EMDR Institute, USA, Lehrtherapeutin VT
  • Psychologisch-psychotherapeutische Praxis in Krems/Donau, Schwerpunkt Traumatherapie und EMDR.
  • Vorsitzende der österreichischen EMDR Fachgesellschaft
    (www.emdr-fachgesellschaft.at) und Vizepräsidentin von EMDR Europe Association (www.emdr-europe.org).
  • Eigentümerin und Leitung des EMDR Institutes Austria, Krems/Donau (www.emdr-institut.at) – Partnerinstitut des EMDR Instituts Deutschland (Dr. Arne Hofmann) und des EMDR Institute USA (Francine Shapiro, PhD).
  • Vortragende und Supervisorin zu Themen der Wirtschaftspsychologie sowie Psychotraumatologie, Notfallpsychologie, Traumatherapie/EMDR national und international, zahlreiche Publikationen zu o.g. Themen, u.a. Buchpublikation "Traumapezifische Traumatherapie mit EMDR" (Reinhardt, 2015) und "Psychische zweite Hilfe" zusammen mit Prof. Frank Lasogga, Stumpf und Kossendey, 2. Auflage 2021, weiteres siehe: www.emdr-institut.at

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