Nachruf auf Prof. Dr. Gottfried Fischer

Prof. Dr. Gottfried Fischer ist am 2. Oktober 2013 im Alter von 69 Jahren überraschend verstorben. Wir verlieren mit ihm einen mutigen Forscher und engagierten Therapeuten. Sein Lebenswerk ist zu umfangreich, um es an dieser Stelle umfassend würdigen zu können. Ich möchte jedoch im Folgenden auf mir Wesentliches eingehen.

Prof. Fischer hat der Psychotraumatologie, er prägte diesen Begriff, der Psychotraumatherapie und auch der EMDR-Methode in Deutschland den Weg bereitet. Es ist zum großen Teil sein Verdienst das gesellschaftliche Tabu in Deutschland gebrochen und den öffentlichen Diskurs über das Psychotrauma eröffnet zu haben. Das von ihm im wesentlichen gestaltete Lehrbuch der Psychotraumatologie war ein Meilenstein in der wissenschaftlichen Literatur. Prof. Fischer erkannte das Potential der EMDR-Methode und bewies den Mut EMDR den Weg in die universitäre Welt in Deutschland zu öffnen. Auch dafür haben wir ihm zu danken. Er selbst blieb der Psychoanalyse verbunden. Auf dieser Basis entwickelte er das System seiner Mehrdimensionalen Psychodynamischen Traumatherapie. Das von ihm begründete Deutsche Institut der Psychotraumatologie wird in seinem Sinne weiter wirken.

Im Namen des Vorstandes und der Mitglieder der Fachgesellschaft EMDRIA Deutschland möchte ich seiner Frau Dr. Monika Becker-Fischer und seiner Familie unser tiefes Beileid aussprechen. Wir werden Prof. Gottfried Fischer als Wegbereiter der Psychotraumatologie und Unterstützer der EMDR-Methode ein ehrenvolles Angedenken bewahren.

Dr. Michael Hase
1. Vorsitzender EMDRIA Deutschland e.V.