Eröffnung und Zusammenfassung

Dr. med. Katharina Drexler und Dr. phil. Karsten Böhm
Erste Vorsitzende und zweiter Vorsitzender von EMDRIA Deutschland e.V.

Vitae bei den jeweiligen Workshops:
Dr. med. Katharina Drexler, Dr. phil. Karsten Böhm

Hauptvorträge

Lösungsorientiertes Arbeiten im System

Helene Dellucci

Vita
Helene Dellucci ist Diplompsychologin PhD, eidgenössich anerkannte systemische Psychotherapeutin und EMDR Europa Trainerin für Erwachsene und EMDR Europe Consultant für Kinder und Jugendliche. Sie arbeitet in privater Praxis in Genf, ist Autorin zahlreicher Artikel und Kapitel und eines Buches in französischer Sprache über die Arbeit mit Komplex Trauma und Dissoziation.

Abstract
Die Bedeutung der Berücksichtigung von Bindungsaspekten bei der Arbeit mit komplexen Trauma- und Dissoziationsfällen ist allgemein anerkannt (Liotti, 2004). Der Einsatz von Interventionen, die das Kooperation-Handlungssystem aktivieren, ist wichtig für den Aufbau einer therapeutischen Allianz ohne Destabilisierung (Liotti, 2006).
Der Lösungsfokussierte Ansatz nach Isebaert (2005) schlägt ein integratives Modell vor, in dem PatientIn und TherpeutIn ihre spezifischen Expertisen in einer Co-Experten Beziehung einsetzen können, wo Kooperation im Mittelpunkt steht.
Wie können wir als EMDR Therapeuten, diese dreifaltige Stabilisierung (neurovegetativ, psychologisch und relational) so einsetzen, dass in allen 8 Phasen integrative Verarbeitung beibehalten bleibt?
Vor allem, wenn es um Beziehungstrauma geht, sind spezifische Interventionen und Einweben nötig, um Loyalitätskonflikten und defensiven Reaktionen vorzubeugen.

Systemische Therapie trifft EMDR... und es hat „Zoom!!“ gemacht.

Dr. med. Susanne Altmeyer

Vita
Dr. med. Susanne Altmeyer ist Fachärztin für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Fachärztin für Neurologie, Psychotrauma-Therapeutin (DeGPT), EMDR-Therapeutin und EMDR-Supervisorin (EMDRIA Deutschland e.V.) sowie Therapeutin, Supervisorin und Lehrende für Systemische Therapie und Systemische Beratung (DGSF). Sie leitet als Chefärztin die Klinik und Tagesklinik für Psychosomatische Medizin, Psychotraumatologie und EMDR des Gezeiten Hauses Schloss Eichholz in Wesseling bei Köln, arbeitet als Dozentin an mehreren Universitäten und Lehrinstituten und ist Autorin von  Büchern und Artikeln zu EMDR und zu systemischer Therapie. 2025 ist ihr Buch „Systemische Therapie trifft EMDR“ bei Klett-Cotta erschienen.

Abstract
Sowohl Eye Movement Desensitization and Reprocessing (EMDR) als auch die Systemische Therapie sind vergleichsweise junge Verfahren, die in den letzten zwei Dekaden weltweit und auch in Deutschland zunehmend Verbreitung gefunden haben und inzwischen auch hier wissenschaftlich und sozialrechtlich anerkannt sind. Beide ermöglichen eine hohe Flexibilität bezüglich Sitzungsfrequenz, Sitzungsgestaltung und Fallkonzeption und stehen somit für eine moderne Psychotherapie mit großer Patient:innenfreundlichkeit. In dem Vortrag soll die systemische Therapie vorgestellt und gezeigt werden, dass Systemische Therapie und EMDR eine Reihe von Entsprechungen aufweisen. An einem Fallbeispiel wird eine  Kombination der beiden Verfahren demonstriert.

Das verkörperte Trauma – Wenn seelische Belastungen zu körperlichen Schmerzen führen

Prof. Dr. med. Jonas Tesarz

Vita
Prof. Dr. med. Jonas Tesarz ist Direktor der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Er ist Facharzt für Innere Medizin sowie für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Leiter des Weiterbildungsstudiengangs Psychodynamische Psychotherapie (WePP), EMDR-Supervisor und Gründer des Netzwerks für EMDR Schmerztherapie.
Er verfügt über umfangreiche Erfahrung auf dem Gebiet der Schmerzmedizin und hat sich auf die Auswirkungen biopsychosozialer Faktoren auf das Schmerzerleben spezialisiert. Nach seinem Forschungsaufenthalt am Institut für Psychologie und Neurowissenschaften sowie kognitive Wissenschaften an der Universität Colorado in den USA im Jahr 2017/18 erhielt er 2019 den Titel eines außerplanmäßigen Professors an der Universität Heidelberg.
Dr. Tesarz promovierte im Bereich der Neurobiologie der Schmerzverarbeitung und konzentrierte sich anschließend auf die Untersuchung des Einflusses von psychosozialen Faktoren auf chronische Schmerzsyndrome. Insbesondere interessiert er sich für die Entwicklung und wissenschaftliche Bewertung neuer psychologischer Behandlungsansätze in diesem Bereich.
Für seine Arbeiten zur Verbindung von psychologischen Traumata und Schmerz erhielt er im Jahr 2015 den »Deutschen Förderpreis für Schmerzforschung« sowie 2018 den »Günter-Jantschek Forschungspreis für psychosomatische Forschung in der Inneren Medizin«.
Neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit ist Jonas Tesarz Leiter des Deutsch-Chinesischen Alumni-Netzwerks für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie. Zudem ist er Mandatsträger der Deutschen Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie sowie des Deutschen Kollegiums für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, wo er an der Erstellung mehrerer Leitlinien beteiligt ist. Seit 2022 ist er zudem ein EMDRIA-zertifizierter Supervisor und leitet das Internationale Netzwerk EMDR Schmerztherapie.

Abstract
Chronischer Schmerz ohne ausreichende somatische Erklärung ist ein häufiges und klinisch relevantes Phänomen. Der Vortrag geht der Frage nach, welche Rolle psychische Traumata und emotionaler Distress bei der Entstehung und Aufrechterhaltung solcher Schmerzen spielen.
Ausgehend von klinischen Fallbeispielen und aktuellen empirischen Befunden wird ein Modell vorgestellt, das Schmerz als Ergebnis eines komplexen Verarbeitungsprozesses versteht, in dem sensorische Informationen, Vorerfahrungen und Bedrohungsbewertungen integriert werden . Traumatische Erfahrungen können dieses System nachhaltig verändern und mit einer erhöhten Schmerzempfindlichkeit sowie einer verstärkten zentralen Verarbeitung von Schmerzreizen einhergehen.
Vor diesem Hintergrund wird diskutiert, inwiefern chronischer Schmerz als Ausdruck dysfunktional verarbeiteter Erinnerungsnetzwerke verstanden werden kann. Daraus ergeben sich spezifische Implikationen für die EMDR-Behandlung.
Ein Schwerpunkt des Vortrags liegt auf der praktischen Umsetzung: Kriterien zur Targetauswahl (traumaassoziierte Erinnerungen, schmerzassoziierte Erinnerungen, Krankheitsängste, aktueller Schmerz), Strukturierung des Behandlungsprozesses sowie Einsatz spezifischer Protokolle (z. B. Standardprotokoll, modifizierte Schmerzprotokolle, Flashforward).
Abschließend werden aktuelle Befunde zur Wirksamkeit von EMDR in der Schmerztherapie sowie mögliche neurobiologische Wirkmechanismen diskutiert.
Ziel ist es, ein differenziertes Verständnis für die Verbindung von Trauma und Schmerz zu vermitteln und konkrete Anregungen für die klinische Arbeit mit EMDR bei Schmerzpatienten zu geben.

Das Potenzial von EMDR in Gynäkologie und Geburtshilfe

Eva Zimmermann

Vita
Eva Zimmermann ist seit 2010 EMDR Europe akkreditierte Trainerin sowie Spezialistin für Psychotraumatologie mit Zusatzqualifikationen in Opferhilfe und Notfallpsychologie. Sie war 17 Jahre lang als Psychologin und Psychotherapeutin am Kantonsspital Freiburg in der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe tätig. Sie arbeitet unterdessen in eigener Praxis mit Schwerpunkt Psychotraumatologie, Dissoziation und EMDR und arbeitet weiterhin eng mit den Gynäkolog*innen und Endokrinolog*innen vor
Ort zusammen.
Sie war ehemalige Präsidentin und Vorstandsmitglied von EMDR Schweiz, Mitglied des Standards Committee von EMDR Europe, Past President von ESTD (European Society for Trauma and Dissociation) und unterrichtet in der Schweiz die EMDR-Therapie. Darüber hinaus unterrichtet sie EMDR in humanitären Projekten, beispielsweise in Haiti (2010 und 2018), Nepal (2016 und 2017), Algerien (2015), Ruanda (2024). Sie hat über 20 Jahre für die Schweizer Regierung in humanitären Projekten und in Nofalleinsätzen
gearbeitet, z.B. nach Erbeben (Algerien 2002, Haiti 2010), nach dem Tsunami in Südostasien (2004/2005), in Afrika (Burundi und Demokratische Republik Kongo) hat sie mitgeholfen, für die Regierung ein Netz von Psychologinnen aufzubauen die mit der Betreuung von Frauen als Kriegsopfer (Vergewaltigungen und Ausstoss aus der Familie und der Gemeinschaft) beauftragt sind. Sie ist Referentin auf vielen internationalen Konferenzen.

Abstract
Die EMDR-Therapie hat sich in vielen Bereichen der Psychotherapie bewährt. Daher sind nur wenige Anpassungen erforderlich, um sie erfolgreich in unterschiedlichen Situationen, auch in der Gynäkologie und Geburtshilfe, anzuwenden. Dennoch gibt es zahlreiche Schwierigkeiten, die erfolgreich behandelt werden können, manchmal sind dafür gewisse Anpassungen erforderlich.
Ein Beispiel aus dem Bereich der Gynäkologie ist die Tatsache, dass es für viele Frauen problematisch ist, sich und ihre Intimität zu offenbaren, sich teilweise oder vollständig vor fremden Menschen auszuziehen und über spezielle Probleme zu sprechen, die im Zusammenhang mit früheren Traumata stehen können. Dazu zählen sexuelle Probleme, Dyspareunie oder Vaginismus, die oft nach sexuellem Missbrauch oder Vergewaltigung auftreten, insbesondere bei Adoleszenten und jungen Erwachsenen. Der gesamte Bereich der gynäkologischen Chirurgie ist von intensiven psychologischen Schwierigkeiten begleitet. Auch wenn Eingriffe notwendig sind, werden sie oft als traumatisierend erlebt und mit Angst- und Vermeidungsverhalten begegnet. Beispiele hierfür sind die Mastektomie (Brustentfernung bei Brustkrebs) oder die Hysterektomie (Gebärmutterentfernung). In der femininen Onkologie können Eingriffe mit großen Ängsten als auch mit einer bedrohlichen Zukunft verbunden sein. Die Eingriffe in den Körper werden oft als Verstümmelung erlebt und gehen mit massiven psychologischen Problemen einher. Ein besonderer Aspekt in der Gynäkologie ist die Problematik der Infertilität, die bei den betroffenen Frauen und Paaren von starken Gefühlen wie Schuld, Versagen und Wut begleitet ist.
In der Geburtshilfe lassen sich ebenfalls zahlreiche belastende Situationen beobachten. Ereignisse aus der Vergangenheit, wie Fehlgeburten oder Schwangerschaftsabbrüche (freiwillige oder therapeutische), sind belastend, und gerade für zukünftigen Geburten oft dysfunktional und angstauslösend. Die EMDR-Therapie bietet sich bestens an, um diese zu bearbeiten. Ängste im Zusammenhang mit der bevorstehenden Geburt sind auch bei nicht traumatisierten Frauen und Erstgebärenden ein häufiges Thema. Denn Frauen sind oft durch schreckliche Geburtserzählungen ihrer Mütter, Vorfahrinnen oder anderer Bekannter sensibilisiert. Ein besonderes Augenmerk der Präsentation gilt der Problematik von Frauen, die stark traumatisiert sind, eventuell mit komplexer PTBS oder dissoziativen Störungen, und Mutter werden wollen oder schwanger sind.
In diesen zahlreichen Fällen kann die EMDR-Therapie erfolgreich angewendet werden.

In diesem Workshop werden verschiedene Indikationen aus den Bereichen Gynäkologie und Geburtshilfe vorgestellt. In der Gynäkologie liegt ein besonderer Schwerpunkt auf der Begleitung von Frauen mit (Brust-)Krebs sowie von Frauen und Paaren, die sich ein Kind wünschen, aber unter Unfruchtbarkeit oder Sterilität leiden. In der Geburtshilfe wird vertieft die Problematik traumatisierter werdender Mütter thematisiert. Die EMDR-Therapie kann bei diesen spezifischen Betreuungen sehr hilfreich sein.

Die Lernziele dieses Workshops sind:
- einen Überblick über die Betreuung von Frauen im Bereich der Gynäkologie und Geburtshilfe zu erhalten,
- zu lernen, wie man einen Behandlungsplan für Frauen mit (Brust-)Krebs erstellt,
- die Besonderheiten unfruchtbarer Paare mit ihren vielfältigen Problemen kennenzulernen und eine Behandlung durchzuführen, die sich am AIP-Modell
der EMDR-Therapie orientiert.
- Werdende traumatisierte Mütter spezifisch und traumsensitiv zu begleiten und den Herausforderungen, die sich ihnen stellen, zu begegnen.

Workshops

Großschadenslagen und EMDR-Therapie – wie geht das?

Dr. med. Michael Hase

Vita
Dr. Michael Hase studierte Humanmedizin an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Nach der Ableistung seines Grundwehrdienstes als Arzt Weiterbildung in der Neurologie und Psychiatrie in der Neurologischen Klinik Hessisch-Oldendorf und dem Zentrum für Psychiatrie Herten.
Nach Erlangung des Facharztes für Psychiatrie und Psychotherapie 1993 arbeitete Hase fünfzehn Jahre als Oberarzt an der Psychiatrischen Klinik 1 am Niedersächsischen Landeskrankenhaus Lüneburg und baute dort den Behandlungsschwerpunkt Psychotraumatologie auf. Er absolvierte das Curriculum “Spezielle Psychotraumatherapie” der DeGPT und engagierte sich in der Arbeitsgruppe Akuttrauma. Seit der Ausbildung in der EMDR-Therapie 1997 arbeitet er an der Integration psychotraumatologischer Ansätze und des EMDR in die klinische Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie der Regelversorgung und nun auch in die Rehabilitation.
Er promovierte 2006 zum Thema der "Reprozessierung des Suchtgedächtnisses mit der EMDR-Methode".

Seit 1999 regelmäßige Vorträge auf nationalen und internationalen Fachkonferenzen zum Thema Psychotraumatherapie und der EMDR Therapie. Sein Forschungsschwerpunkt liegt in der Entwicklung von EMDR-Protokollen zur Behandlung der stoffgebundenen Abhängigkeit, chronischer Depression, des Burnout, chronischer Schmerzen, der Traumatisierung durch körperliche Erkrankung und medizinische Behandlung sowie zur Theorieentwicklung der EMDR Therapie im Allgemeinen.

Hase war elf Jahre im Vorstand von EMDRIA Deutschland aktiv und hatte von 2011 bis 2018 den Vorsitz inne. Er ist Chair des Research Committee von EMDR Europe und im wissenschaftlichen Beirat der NADA Deutschland. 2019 wurde er durch EMDRIA International in den Council of Scholars des Projekt Future of EMDR Therapy berufen. Hase ist Mitglied des Lehrkörpers (Faculty) des EMDR Institute von Dr. Francine Shapiro.

Er bildet als EMDR Trainer seit 2005 in der EMDR Therapie im deutschsprachigen Raum und in Dänemark aus und bietet weiterführende EMDR Ausbildung europaweit an und ist seit 2010 als EMDR Senior Trainer anerkannt.
Gemeinsam mit Dr. Arne Hofmann wurde Hase 2015 von dem Board of Directors der EMDR International Association für die Forschung zur EMDR Behandlung der Depression und die Gründung des internationalen EDEN Forschungsprojekts (EMDR Depression European Network) mit dem Preis für herausragende Forschung (Outstanding Research Award) ausgezeichnet.
Hase leitete von 2007 bis 2009 die Abteilung für Psychosomatik und Psychotherapie am RehaCentrum Hamburg und von 2009 bis 2016 die Abteilung für Psychosomatik und Psychotherapie der Diana Klinik in Bad Bevensen. Von 2020 bis 2024 leitete er die Fachklinik für Drogenabhängige Männer und Frauen “Therapeutischer Hof Toppenstedt”.
Hase ist in privatärztlicher Praxis niedergelassen und eröffnete 2016 das “Lüneburger Zentrum für Stressmedizin” als Ort der Forschung und Ausbildung.
Seit 2021 ist das von ihm gegründete EMDR Center in Lüneburg Anbieter hochwertiger EMDR Ausbildung in Deutschland und Europa.

Abstract
Die Eye Movement Desensitization and Reprocessing (EMDR) Therapie entstand Mitte der Achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts als eine Methode zur Behandlung der posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) und wurde zu Beginn ihrer Entwicklung in teils hochspezialisierten stationären und ambulanten Settings eingesetzt. Doch schon früh in der Entstehung der EMDR-Therapie wurde Francine Shapiro mit einer Großschadenslage konfrontiert. Das Loma-Prieta-Erdbeben 1989 in der Bucht von San Francisco forderte die Begründerin der EMDR-Therapie. Sie entwickelte aus ihren Erfahrungen heraus die erste Akutbehandlungsstrategie.
Großschadenlagen fordern uns immer wieder: in der Akuität, der schieren Menge an Betroffenen und der sehr unterschiedlichen Bedürfnissen der Notfall-Opfer.
In dem Workshop gehe ich auf die Besonderheit ein und werde dies am Beispiel eines Amoklaufs erläutern. Daraus entwickeln wir Ideen zur Planung und natürlich hauptsächlich zum Einsatz der EMDR-Therapie, die auch hier viel zu geben hat.

Ererbte Wunden heilen. Therapie der transgenerationalen Traumatisierung. Die Rückgabe-Übung

Dr. med. Katharina Drexler

Vita
Fachärztin für Psychiatrie und Fachärztin für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie;
Ausbildungen in tiefenpsychologischer sowie psychoanalytisch-systemischer Psychotherapie und EMDR;
Supervisorin für Traumatherapie (EMDRIA Deutschland e.V./ DeGPT);
Seit 2025 1. Vorsitzende (2018-2025 stellvertretende Vorsitzende) von EMDRIA Deutschland e.V.
Nach oberärztlicher Tätigkeit ist sie seit 2000 in eigener Praxis niedergelassen.
Seit 2003 beschäftigt sie sich intensiv mit den Folgen transgenerationaler Traumatisierung und ihrer Behandlung. 2017 erschien „Ererbte Wunden heilen. Therapie der transgenerationalen Traumatisierung“ bei Klett-Cotta, das inzwischen in sechster, überarbeiteter und erweiterter Druckauflage vorliegt, 2020 „Ererbte Wunden erkennen. Wie Traumata unserer Eltern und Großeltern unser Leben prägen.“, ebenfalls bei Klett-Cotta, inzwischen vierte, aktualisierte Druckauflage.
Katharina Drexler lebt und arbeitet in Köln, begleitet von ihrer Therapiehündin Alyonka.
www.katharina-drexler.de

Abstract
Unbewältigte Traumata können in gravierendem Ausmaß auf die Folgegeneration übertragen werden – bis hin zu Symptomen einer Posttraumatischen Belastungsstörung. Dies wissen wir spätestens seit Untersuchungen an Kindern und Enkeln Kriegstraumatisierter und Holocaustüberlebender.
Auf dem Boden traumatherapeutischer Konzepte und der Arbeit mit inneren Anteilen stellt die Referentin den von ihr entwickelten Ansatz zur Behandlung ererbter Wunden dar. 
Meist ist es möglich, das traumatisierte Introjekt im Rollenspiel zu einer EMDR Sitzung einzuladen, wodurch die transgenerationale Traumatisierung unmittelbar geheilt werden kann.
Im Workshop wird der Schwerpunkt auf Kontraindikationen für diese unmittelbare Arbeit an der ererbten Wunde liegen. Die Referentin wird die Rückgabe-Übung live demonstrieren, die sie zur Behandlung entwickelt hat, wenn eine Verarbeitung mit EMDR nicht möglich ist.

Kinderschutz – Äußere und innere Sicherheit in der EMDR-Therapie mit Kindern und Jugendlichen

Dipl.-Soz.päd. Katja Paternoga

Vita
Katja Paternoga ist Kinder- und Jugendlichen Psychotherapeutin (VT), Psychotraumatherapeutin (DeGPT) und EMDR Child & Adolescent Trainerin (Emdria Deutschland e.V., EMDR Europe), niedergelassen in Rathenow. Ihr Schwerpunkt ist unter anderem der Kinderschutz, wofür sie schon 2010 mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet wurde. Sie hat vier komplex traumatisierte Pflegekinder aufgezogen, einen Verein gegründet und geleitet (Aktivverbund e. V.), der sich politisch für traumatisierte Pflegekinder einsetzt sowie über 25 Jahre Erfahrung als Verfahrensbeistand in Kinderschutzverfahren. Sie leitet die AG Kinder der DGTD e. V. (Deutsche Gesellschaft für Trauma und Dissoziation, www.dgtd.de).

Abstract
Heilung ist eng mit dem Erleben innerer Sicherheit verbunden – doch oft fehlt es zu Therapiebeginn an äußerer Sicherheit. Viele Kinder und Jugendliche leben weiterhin in Gewalt- oder Gefährdungssituationen.
Doch was bedeuten „äußere“ und „innere“ Sicherheit genau? Wie hängen sie zusammen, und wie lassen sie sich herstellen?
Wie kann psychotherapeutische Arbeit, insbesondere EMDR-Therapie, unter unsicheren äußeren Bedingungen gelingen?
Wie gestalten wir die Zusammenarbeit mit Bezugspersonen und Institutionen, und wie kann Vernetzung dabei unterstützen?

Tod, Sterben & der Sinn des Lebens in der EMDR-Therapie

Dr. phil. Karsten Böhm

Vita
Dr. phil. Karsten Böhm ist psychologischer Psychotherapeut und arbeitet in eigener Praxis in Freiburg, die einen Schwerpunkt auf Trauma- und Zwangsbehandlungen hat. Er ist EMDR Senior Trainer und seit vielen Jahren im Vorstand von EMDRIA Deutschland e.V. - von 2018 bis 2025 als 1. Vorsitzender und aktuell als stellvertretender Vorsitzender.
Seit 2004 beschäftigt er sich, neben Studien zu PTSD, intensiv mit der Psychotherapieforschung von Zwangsstörungen. An der Freiburger Universitätsklinik führte er innerhalb von Forschungsgruppen bis 2011 u.a. klinische Studien zum Einsatz von EMDR, Dissoziationsneigungen und Versorgungsforschung bei Zwängen durch. Danach gründete er die Privatklinik Friedenweiler, die er bis 2021 leitete.
Dr. Böhm war Mitglied der Leitlinienkommission der DGPPN zu Zwangsstörungen, die die erste deutsche S3 Leitlinie zur Behandlung von Zwängen ausarbeitete. Aktuell ist er zudem Mitglied der Leitlinienkommission für die neue S3 Leitlinie zur Behandlung der Posttraumatischen Belastungsstörung und komplexen PTBS nach ICD-11.
Er leitet Aus- und Weiterbildungen an verschiedenen Psychotherapieinstituten, bei Notfallseelsorge der Feuerwehr und auf Kongressen (DGPPN).

Abstract
Der Tod betrifft uns alle und erscheint doch oft seltsam unverbunden mit unserem Sein. Dieser Workshop möchte sich mit verschiedenen therapeutischen Aspekten des Todes auseinandersetzen. Dabei geht es einerseits um die Begleitung sterbender Menschen in einem psychotherapeutischen Kontext, andererseits um die eigene Auseinandersetzung mit dem Thema Tod & Sterben als Psychotherapeut:in. Hierzu werden auch verschiedene Sterbephasen herangezogen und in der EMDR-Therapie berücksichtigt.

Im Zentrum des einstündigen Workshops steht die Frage, wie wir mit sterbenden Menschen therapeutisch EMDR einsetzen können. Der Aufbau einer EMDR-Therapie im palliativen Kontext wird durch alle 8 Phasen vorgestellt und eingeübt. Hierbei werden kurze Übungen und Diskussionen im Plenum eingesetzt.

Hinweis: in diesem Workshop geht es ausschließlich um die Perspektive auf sterbende Menschen. Trauerprozesse von Hinterbliebenen werden bewusst ausgeklammert.
 

Kliniker:innentreffen, Kinder-Update, SIG Klima und psychische Gesundheit

Kliniker:innentreffen / Klinik-Zertifizierung

Dipl.-Psych. Susanne Götz

Kliniker:innentreffen / Klinik-Zertifizierung, 14:35–15:35 Uhr (nur in Präsenz)

Thema:
Das Treffen bietet Gelegenheit zum Austausch über die Zertifizierung als EMDR-Klinik und andere Klinik-spezifische Themen.

Susanne Götz ist EMDR Therapeutin, EMDR Supervisorin und seit 2023 im Vorstand von EMDRIA Deutschland e.V. Sie ist Klinische Psychologin und Leitende Psychologin der Oberberg Klinik Friedenweiler.

Kinder-Update

Dr. phil. Daniela Lempertz

Kinder-Update, 12:00–12:30 Uhr (Treffen in der Mittagspause, nur in Präsenz, keine Anmeldung erforderlich)

Thema:
Das Treffen zum Kinder-Update ermöglicht den Austausch über K&J-spezifische Themen im EMDR und beinhaltet ein kurzes Forschungs-Update.

Dr. phil. Daniela Lempertz, approbierte Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin, verfügt über eine Ausbildung in Gestalttherapie, Verhaltenstherapie und EMDR. Sie ist EMDR-Therapeutin für Kinder und Jugendliche, EMDR-Supervisorin und EMDR Europa akkreditierte EMDR-Trainerin (Kinder/Jugendliche).
Seit mehr als 30 Jahren ist sie im Bereich der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie tätig und arbeitete sowohl in der stationären, teilstationären als auch ambulanten Psychotherapie.
Sie ist Mitbegründerin der Global Child EMDR Alliance 2020 (www.globalchildemdralliance.com) und des Netzwerks Soforthilfe Psyche (www.sofortaktiv.de) 2021. Seit Mai 2015 ist sie Vorstandsmitglied von Emdria Deutschland e. V., seit 2017 Mitglied des Child and Adolescent Committees von EMDR Europa und seit Juni 2026 Chair des Child and Adolescent Committees von EMDR Europa.

SIG Klima und psychische Gesundheit

Dr. phil. Margit Lohs, Dr. med. Arne Hofmann

Special Interest Group, 12:10–13:10 Uhr (Treffen in der Mittagspause, nur in Präsenz, keine Anmeldung erforderlich)

Thema:
Die SIG bietet Interessierten Gelegenheit zum Austausch und zur Diskussion von Themen im Zusammenhang mit dem Klimawandel. Ein besonderes Augenmerk soll der Frage gelten, wie die Fachgesellschaft klimafreundlicher werden kann oder wo Möglichkeiten zum eigenen Engagement bestehen.

Dr. phil. Margit Lohs

  • Niedergelassen in eigener Praxis für Psychotherapie in Berlin, Diplom-Psychologin und Psychologische Psychotherapeutin
  • Verhaltens-, Gesprächs-, EMDR- und Paartherapeutin
  • Psychotherapie mit Erwachsenen seit 1980- Schwerpunkte: Arbeit mit depressiven, traumatisierten und schwer körperlich erkrankten sowie unter Schmerzen leidenden Menschen
  • Spezielles Interesse: Verbindung verschiedener Behandlungsmodelle mit Schwerpunkt auf Ressourcenintegration
  • Supervision und Beratung für Psychotherapeuten
  • Business-Coach für Führungskräfte
  • Potential- und Begabungsanalysen für Menschen bei beruflichen Entscheidungsfragen
  • Kassenwartin von EMDRIA-Deutschland

Dr. med. Arne Hofmann
Dr. Arne Hofmann ist Facharzt für Psychosomatische und Innere Medizin und Gründer des EMDR-Instituts. Er hat EMDR 1991 in Deutschland eingeführt und 1994 die erste Schwerpunktstation für die Behandlung schwer traumatisierter Patienten in der Versorgungspsychiatrie gegründet sowie 1997 die erste deutsche Traumaambulanz an der Universität Köln mit ins Leben gerufen.
Dr. Hofmann ist Mitgründer und Ehrenmitglied der deutschsprachigen Fachgesellschaft für Psychotraumatologie (DeGPT), der Fachgesellschaft EMDRIA Deutschland und Gründungsmitglied der Koordinationsgruppe der deutschen S3 Leitlinien für die posttraumatische Belastungsstörung. Er forscht, lehrt und publiziert international im Bereich der Behandlung von Traumafolgestörungen und Depressionen. Sein Buch „Depressionen behandeln mit EMDR“ ist in englisch, italienisch und spanisch erschienen. Für seine Arbeit wurde er mit eine Reihe von internationalen Preisen und dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

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